9. Juli 2020

Ein Wasserweg für die Ferien

Entschleunigen am Canal des 2 Mers © Patrice Thebault – CRT Occitanie

Canal des 2 Mers / Occitanie

Was mit der Einweihung des Canal du Midi am 24. Mai 1681 begann, wurde im 19. Jahrhundert mit dem Garonne-Seitenkanal vervollständigt. Ein Wasserweg vom Mittelmeer zum Atlantik war seit der Antike ein lang gehegter Traum des Handels. Heute ist der Canal des Deux Mers ein UNESCO-Welterbe und ein ausgesprochen beliebtes Revier für Hausboote. Die ehemaligen Treidelpfade sind dagegen wie geschaffen für Ferien mit dem Fahrrad. Entlang der gesamten Strecken verlocken unzählige Sehenswürdigkeiten rechts und links des Kanals zum Anlegen und Anhalten. Angemessene touristische Infrastrukturen für einen tollen Urlaub am Canal des Deux Mers stehen für alle Bereiche zur Verfügung. 

Unter dem Stausee St. Ferréol
Um die genialen Baumaßnahmen von Pierre-Paul Riquet zu verstehen, muss man zum Ursprung gehen. Und der liegt unter dem Stausee St. Ferréol. Die größte Schwierigkeit beim Bau des Canal du Midi im 17. Jahrhundert bestand in einer ausreichenden Versorgung des Kanals mit Wasser, um die Wasserscheide von Naurouze zu überwinden. Mit dem Bau eines Stausees in der Montagne Noire und der 
Ableitung durch einen Zuflusskanal war das Problem gelöst. Allerdings erforderte die Zuführung eine Regulierung entsprechend der Niederschlagsmengen. Das im Maison de l’Ingénieur eingerichtete Musée du Reservoir erklärt das gigantische Werks Riquets. Beim Besuch der Galerie unterhalb des Stausees lässt sich anhand der riesigen Leitungshähne die technische Leistung von vor fast vier Jahrhunderten 
ermessen. Die Besichtigung wird mit einer Ton- und Lichtschau eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Inspiration für viele Künstler
Das im vergangenen Jahr renovierte Museum im ehemaligen Bischofspalast von Montauban ist zwei bedeutenden Künstlern der Stadt, Ingres und Bourdelle, gewidmet. Es zeigt in einem bemerkenswerten historischen Rahmen die Meisterwerke des Malers Ingres und die großartigen Skulpturen des Bildhauers Bourdelle. Ihr Schaffen prägte maßgeblich die Kunst des 19. Jahrhunderts. Eine Ausstellung mit rund 33 Leihgaben bedeutender Museen, darunter Werke von Duval, Picasso, Raysse, aber auch Degas, Rodin und Denis stellt den Zusammenhang des kreativen Einflusses von Ingres und Bourdelle auf ihre Zeitgenossen und Nachfolger her. Im mittelalterlichen Saal „Prince Noir“ des geschichtsträchtigen Bauwerks verweist Miguel Chevalier mit der interaktiven,  virtuellen Einrichtung „L’œil de la machine“ auf die Bedeutung des Werks von Ingres als eine unerschöpfliche Inspiration für zeitgenössische Künstler. Die Ausstellungen sind noch bis November zu sehen. 

Kunstpause am Kanal
Das Kunst- und Kulturzentrum von Bram „Les Essarts“ hat in einem ehemaligen Herrenhaus einen angemessenen Rahmen gefunden. Inmitten des geschlossenen Parks mit seltenen Bäumen findet sich nahe des Canal du Midi eine Residenz für Künstler unterschiedlichster Richtungen. Mehrere aufeinander folgende Räume mit einer Fläche von rund 600 qm sind Ausstellungen vorbehalten. Bis zum 13. September 2020 werden hier die Aufnahmen des weltbekannten Fotografen Doisneau gezeigt. Berühmt für das legendäre Foto eines küssenden Paares „Baiser de l’Hôtel de Ville“, widmet sich diese Ausstellung jedoch einem wesentlichen Arbeitsgebiet von Doisneau. Auf eine ebenso perfekte wie berührende Weise hielt er in den fünfziger und sechziger Jahren mit seiner Kamera das Leben im Milieu der Arbeiter und der Landwirtschaft fest.  

Riquets Meisterstück by Night
Ist die Schleusentreppe von Fonseranes schon am Tage eine Attraktion, so bietet sie mit großartigen Beleuchtungseffekten nachts einen einzigartigen Anblick. Die von Pierre-Paul Riquet erdachten neun Schleusenkammern ermöglichen seit dem 17. Jahrhundert Lastkähnen und Booten den enormen Höhenunterschied bei Béziers problemlos zu überwinden. Das Meisterstück von Riquet erwies sich zuverlässiger als eine später installierte technische Einrichtung, die längst nicht mehr in Betrieb ist. Die neun Schleusen wirken in diesem Sommer bis 23 Uhr mit einer tollen Lichtschau noch spektakulärer. Die gesamte Anlage ist am Tage ein beliebtes Ziel um Freizeit-Kapitäne beim Schleusen zu beobachten und abends wird die Esplanade zu einer reizvollen Flaniermeile. Im Maison „Coche d’eau“ kann man sich das Werk von Riquet erklären lassen oder im Restaurant „Le 9“ ein Essen mit lokalen Produkten und Blick auf die Schleusen genießen.

Wissenswertes 
– Schiffbare Gesamtlänge : 241 km 
– Gesamte Radstrecke vom Mittelmeer bis zum Atlantik 700 km, davon 68 % Radwege.
– Beim Port de la Robine zweigt der gleichnamige Kanal ab, der nach Narbonne und bis Port La Nouvelle ans Meer führt.

Der Canal des Deux Mers in Occitanie:
Der Kanal durchquert die Departements Tarn-et-Garonne, Haute-Garonne, Aude und Hérault 
– Rund 20 Freizeithäfen, sowie zahlreiche Anlegestellen
– 73 Schleusen

Absolut sehenswert:
– Moissac, romanische Abtei und Brückenkanal Cacor
– Schiffshebewerk Montech 
– Metropole Toulouse 
– Revel Markthalle und Stausee St. Ferréol, Musée du Réservoir
Carcassonne, mittelalterliche Festung 
– Le Somail, „Trouve-tout-du-livre“ (Buchantiquariat ca. 50 000 Bücher)
– Sète, Fischerhafen und Lagunensee mit Austernzucht

Mehr Informationen:
https://www.tourismusoccitanie.de/

Bilder zur Pressemitteilung:
https://i13.mnm.is/anhang.aspx?ID=0ae207f48126609366

Pressekontakt:
Caroline Ducasse, cd(at)ducasse-schetter(dot)com, Tel +49 69 97 69 16 39 oder Ralph Schetter, rs(at)ducasse-schetter(dot)com, Tel. +49 69 97 69 16 38

Bild Header: Canal des 2 Mers © ADT Tarn & Garonne